In der heutigen Zeit haben zwölfjährige Kinder praktisch schon alles im Internet oder Fernsehen gesehen. Umso wichtiger ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler nebst vielen schön gestalteten Arbeitsblättern und YouTube-Filmchen die Themen des Faches NMG auch echt erleben und begreifen können. Im Rahmen des Themas „Mittelalter“ haben wir deshalb im Mai 2019 drei spezielle Morgen organisiert.

An einer ersten Stadtführung durch Solothurn hat uns Frau Escher spannend über die Handwerker und Zünfte im mittelalterlichen Solothurn berichtet. Wir erfuhren, warum im Zunftwappen der Schmiede eine Schlange dargestellt ist, wo man in Solothurn immer noch in eine Kloake blicken kann, wofür ein Gerber den Taubenmist brauchte und vieles mehr. Ausserdem zeigte uns Metzgermeister Wälchli seinen Betrieb und erzählte über den Metzgerberuf von heute und damals.

An einer zweiten Stadtführung durften wir unter die Peterskappelle steigen, über einen Wehrgang marschieren und den Riedholzturm von innen entdecken. Wir wissen nun, welches das älteste Gebäude der Stadt ist, wie man die Zeit am Zytglockenturm ablesen kann und warum die Solothurner den Bernern das Hinterteil entgegenstreckten.

Ein weiterer Höhepunkt war unser Mittelaltermorgen im Wald. Alle 6. Klässler wurden in eine Berufsgattung eingeteilt und bereiteten etwas für unser gemeinsames Mittagessen vor:

Die Feuermeister mussten nicht nur ganz ohne Zündhölzer oder Feuerzeug ein Feuer anmachen, sie waren auch für den Nachschub von Brennholz verantwortlich.

Die Baumeister bauten einen Tisch ganz ohne Nägel oder Schrauben. Dafür wurde gesägt und geknotet.

Die Bäcker mahlten den Dinkel, bereiteten den Brotteig zu und backten die Brote über dem Feuer.

Die Köche holten Wasser am Bach, schnitten Gemüse, mahlten mit dem Mörser Pfeffer und Salz und kochten einen Getreidebrei – natürlich über dem Feuer!

Die Schreiner stellten Spiele aus Holz her, die auch gleich mit Freude ausprobiert wurden.

Die  Obstbauern pressten 15kg Äpfel zu wunderbarem Apfelsaft.

Die Künstler stellten  in mühseliger Arbeit Spielkarten her, individuell gestaltet und wunderschön.

Die Löffelschnitzer mussten mehrere Kochlöffel herstellen und dies bitte rechtzeitig vor dem Essen!

Die Gaukler bekamen den Auftrag, uns nach dem Essen mit ihren Gaukeleien zu unterhalten und haben erlebt, wie schwierig es wohl war, damit Geld zu verdienen.

Und dann waren da noch die Schreiber, die den Auftrag hatten, das ganze Geschehen festzuhalten, dies allerdings mit nicht ganz so mittelalterlichen Methoden. J

Den ganzen Morgen lang wurde gesägt, geschnitzt, gekocht, gearbeitet, gelacht und gespielt – so friedlich war es wohl im Mittelalter nicht immer!

Klassen 6a und 6b

Nadja Crivelli, Cornelia Stalder, Moritz Fels, David Frey

 

   

Aktuelles GESLOR

   
Copyright © 2018 | GESLOR Gemeinsame Schulstrukturen Langendorf, Oberdorf und Rüttenen
Schulhausstrasse 6 | 4513 Langendorf | SCHWEIZ
info@geslor.ch +4132 624 10 21 | All Rights Reserved | IMPRESSUM